Detlef Steppuhn, Author at Microsoft Branchenblogs http://approjects.co.za/?big=de-de/industry/blog Tue, 16 Mar 2021 08:11:29 +0000 en-US hourly 1 Vcademy: Innovative Technologien für neue Lernprozesse http://approjects.co.za/?big=de-de/industry/blog/education/2020/08/04/vcademy-innovative-technologien-fur-neue-lernprozesse/ Tue, 04 Aug 2020 12:59:00 +0000 Junge Menschen sind die Experten von morgen: Unter dieser Prämisse rief das Erich-Gutenberg-Berufskolleg im November 2019 das Projekt „Vcademy“ ins Leben.

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Mit der Vcademy in Richtung Future Education

Das Erich-Gutenberg-Berufskolleg (EGB) stellte am 30. November 2019 auf dem Digital Education Day 2019 in Köln erstmalig das Projekt „Vcademy“ (The virtual academy) vor, das in Kooperation mit dem Kölner Unternehmen World of VR GmbH, dem Digital Hub Cologne und der Professur für Wirtschaftspädagogik der Universität zu Köln durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt des Projekts standen die Schülerinnen und Schüler, die im Sommer 2018 als erste Auszubildende in den neuen Ausbildungsberuf Kaufleute im E-Commerce gestartet sind. Konkret umfasst das 51 Lernende, die am EGB in zwei Klassen (AKET0118 und AKET0218) unterrichtet werden und zum Schuljahr 2020/21 in ihr drittes Ausbildungsjahr starten.

Ausgangslage oder: Worum geht es?

Leute mit VR-Brillen Die Idee für das Projekt entstand im Oktober 2019 im Rahmen eines Arbeitsmeetings des E-Commerce-Bildungsgangs des EGB mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Professur für Wirtschaftspädagogik der Universität zu Köln. Im Zentrum der gemeinsamen Überlegungen und Planungen stand die didaktische und methodische Gestaltung des Einstiegs in das Lernfeld 6 „Servicekommunikation kundenorientiert gestalten“. Dabei spielten insbesondere Fragestellungen eine Rolle, wie der Einstieg für Schülerinnen und Schüler motivierend konzipiert werden kann, wie sich darüber Informationen über das Vorwissen und die Vorerfahrungen der Lernenden mit Blick auf die Gegenstände des Lernfeldes sammeln lassen und wie schließlich auf dieser Basis der Unterricht im Lernfeld 6 weiterhin gestaltet werden sollte.

Dort lernen die Auszubildenden, in unterschiedlichen Situationen mit Kunden situationsgerecht und kundenorientiert anhand verschiedener Kanäle zu kommunizieren. Die leitenden Fragestellungen waren vor allem deshalb relevant, weil sich zum Zeitpunkt des Projekts die Schülerinnen und Schüler im zweiten Ausbildungsjahr befanden und davon auszugehen war, dass diese bereits über umfangreiche Erfahrungen im betrieblichen Alltag ihrer Unternehmen zum Thema Kommunikation im Allgemeinen, aber auch im Bereich Servicekommunikation im Besonderen verfügen.

Didaktische Bezugspunkte – was erhoffen wir uns vom Projekt?

Im Sinne einer subjekt-, problem- und prozessorientierten Gestaltung von Lernprozessen (Landwehr 2001) sollten die Lernenden mit ihren individuellen Vorerfahrungen und ihrem Vorwissen der zentrale Ausgangs- und Bezugspunkt sein. Dies galt sowohl für die Repräsentation der Inhalte innerhalb des Lernfelds 6 als auch für die konkrete Planung und Gestaltung des weiteren Unterrichts nach der Projektdurchführung. Es ermöglicht stärker personalisierte Lehrprozesse und Lernwege für die Schülerinnen und Schüler und setzt zentral beim Gedanken der individuellen Förderung an, bei der verstärkt die Individuen mit ihren spezifischen Voraussetzungen in den Blick genommen werden. Das Projekt verlangte überdies, das besondere Potenzial digitaler Technologien in diesem Kontext zu ergründen, und zwar dahingehend, ob über den Einsatz digitaler Technologien bestimmte Erkenntnisse über die Vorerfahrungen und das Vorwissen der Lernenden generiert werden können.

Dazu war das Projekt folgendermaßen angelegt: Die Schülerinnen und Schüler sollten sich zunächst ihnen bekannte – im Idealfall selbst erlebte – herausfordernde und problembehaftete Servicekommunikationssituationen aus ihrer beruflichen Praxis bewusst machen und diese mithilfe des digitalen Equipments aufbereiten. Im Einzelnen ging es darum, dass die Auszubildenden berufliche Kommunikationssituationen im Servicekontext skizzieren, diese in ein „Drehbuch“ überführen und anschließend szenisch darstellen. Die inszenierten Kommunikationssituationen wurden von den Lernenden mit 360-Grad-Kameras gefilmt und das daraus entstandene Material für Schulungssituationen mit VR-Brille aufbereitet. Dafür brachte das Kölner Unternehmen World of VR das notwendige technische Know-how ein und stellte seine Lernplattform Vcademy zur Verfügung. Der Digital Hub Cologne als neutraler Partner und Vernetzer leistete durch Personal und das technische Equipment wertvolle Unterstützung.

Bild von 360-Grad-Kameras

Nutzung von Augmented- und Virtual-Reality zur Kompetenzsteigerung

Dem Einsatz von 360-Grad-Kameras und VR-Brillen kamen im Rahmen des Projektes gleich zwei Funktionen für die Kompetenzentwicklung der Lernenden zu: Einerseits fand mit den digitalen Technologien die Gestaltung des Lernprozesses statt, hier ganz zentral das Aktivieren der Vorerfahrungen und des Vorwissens. Andererseits wurden diese Medien selbst zum Lerninhalt. Durch das eigenständige Erstellen von 360-Grad-Videos erlernten die Auszubildenden den Umgang mit innovativen, digitalen Möglichkeiten. Hierin besteht eine hohe Relevanz für die betriebliche Praxis, denn schon heute setzt der Online-Handel vielfach auf AR- oder VR-Erlebnisse.

So können Kunden beispielsweise dank AR Kleidungsstücke schon vor dem Kauf digital anprobieren oder Möbelstücke in den eigenen vier Wänden begutachten. VR verschafft den Kunden hingegen einzigartige Einkaufserlebnisse. Sie betrachten die Produkte in einem virtuellen Laden und lassen sich dabei von einem Avatar beraten. Solche Entwicklungen bergen enormes Potenzial für die Zukunft des E-Commerce. Auch im Curriculum der Kaufleute für E-Commerce wird dieser Aspekt aufgegriffen und in den Zielformulierungen betont, dass die Schülerinnen und Schüler „sowohl klassische als auch digitale Kanäle [berücksichtigen] und […] innovative Entwicklungen im Blick“ behalten sollen (KMK 2018, S. 15). Folglich dienen die digitalen Technologien in dem Projektkontext als Lern- und auch als Arbeitsinstrument.

Parallel dazu wurde das Lernprojekt seitens der Professur für Wirtschaftspädagogik der Universität zu Köln im Rahmen einer Bachelorarbeit prozessbegleitend dokumentiert und evaluiert. Dabei sollten sowohl motivationale, volitionale und kognitive Aspekte aus Sicht der Auszubildenden erfasst werden.

Lernmaterialentwicklung am EGB

Raum voller Auszubildender

Am ersten Projekttag (12. November 2019) erkundeten die Auszubildenden zunächst neugierig die Vorteile von 360-Grad-Lernumgebungen. Danach durften sie selbst aktiv werden: Sie erstellten eigene Filmideen und schrieben Storyboards zu ihren Einfällen. Die Geschichten behandelten beispielsweise das richtige Verhalten von Verkäuferinnen und Verkäufern bei einer Reklamation. An allen Vorbereitungen für die 360-Grad-Filmproduktion waren die Lernenden direkt beteiligt. Die technische Einführung in den Umgang mit den digitalen Medien erfolgte durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von World of VR sowie vom Digital Hub Cologne.

 

Printscreen von Digital Tool

Am zweiten Projekttag (13. November 2019) ließen die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf und drehten Filme dank der neuen digitalen Tools. Jeder Gruppe wurde dafür ein eigener Raum zur Verfügung gestellt, um ungestört mithilfe der 360-Grad-Kamera ihre Videos nach zuvor verfassten Storyboards zu produzieren. Für die Dokumentation erstellten die Arbeitsgruppen anschließend Dateien, welche in die VR-Plattform Vcademy integriert wurden. Dadurch hatten zum Schluss alle Lernenden eine schöne Zusammenstellung aus Präsentationen, PDFs und 360-Grad-Filmen in der Vcademy.

 

 

Bild von Oculus

 

Bild von 360-Kamera

 

Der mediale Schwerpunkt des Projektes lag im Bereich AR und VR. Acht Oculus Go-Brillen sowie acht 360-Grad-Kameras waren dabei im Einsatz.

Präsentation am Digital Education Day 2019

In Vorbereitung auf den Digital Education Day 2019 in Köln produzierte World of VR mit dem Digital Hub Cologne und dem EGB 360-Grad-Videomaterial im Bereich Servicekommunikation. Die fertigen Kurzfilme konnten sich die Gäste des Digital Education Day 2019 in der Vcademy anschauen.

Was haben wir daraus gelernt? – Evaluation des Projektes

Zu Beginn herrschte bei den Schülerinnen und Schülern noch eine gewisse Unsicherheit über das Ziel des Projektes. Trotzdem gab es eine hohe Erwartungshaltung ihrerseits. Vorkenntnisse aus dem Lernfeld 6 waren bei allen Lernenden bereits vorhanden. Es stellte sich als sehr beeindruckend heraus, wie die Schülerinnen und Schüler in kürzester Zeit Inhalte für eine Lernplattform selbst erstellen konnten. Da alle Teilnehmenden ihre Ausbildung in einem Unternehmen absolvieren, ist die Beschäftigung mit dem Thema VR/AR von hoher Bedeutung: Wo sehen die Auszubildenden noch Potenzial bei der Anwendung von virtuellen Lerninhalten? In welchen Branchen und Unternehmen kann VR überhaupt Fuß fassen und ist die Zielgruppe empfänglich für diese Form von Inhalten? Die Ergebnisse dieses Projektes haben uns bewogen, auch das Lernfeld 2 „Produktpräsentation“ entsprechend als Vcademy-Projekt umzusetzen und im Lehrplan zu verankern.

Zukünftige Vorhaben am EGB

Die im Bereich der Digitalisierung für die Schule sicherlich größte Herausforderung ist das äußerst anspruchsvolle und schulische Ressourcen fressende Generieren von digitalisierten Lernarrangements mit echtem Benefit – insbesondere unter dem Anspruch, lernförderlich mit Heterogenität und Diversität umzugehen. Allein das Bereitstellen von Materialien für ein sinnvolles eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Arbeiten, um sich zeitweise intensiver einzelnen Kleingruppen zuzuwenden, verlangt Lehrkräften deutlich mehr Vorbereitung ab. Zugleich werden wir als Schule im kaufmännischen Bereich voraussichtlich weiterhin damit konfrontiert bleiben, dass solche aufwendigen Lernveranstaltungen für Schulbuchverlage finanziell wenig attraktiv sind und auch von schulpolitischer Seite hier kaum echter Support erwartet werden kann. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb, „machen“ wir Schule so, wie wir sie machen: visionär und zukunftsträchtig – dabei immer eng am Menschen und an der Realität orientiert, auch an der Realität von morgen.

Wie sehen zukünftige Lernplattformen aus?

Künftige Lernplattformen werden womöglich über Sprach- oder Gestensteuerung mittels VR- oder AR-Brillen bedient, Schnittstellen zu Big Data-Portalen oder dem Internet enthalten und alle verfügbaren Medien integrieren können. Analoge und auch digitale Schulbücher sind zu statisch in ihrer Gestaltung und kommen nicht mehr zum Einsatz. Die Lernplattformen werden daher aufgrund ihrer Ports und dahinterliegender KI immer flexibler individuelle Lernmedien zur Verfügung stellen.

In Zusammenarbeit mit Microsoft und dem Europa-Verlag verfolgen wir im E-Commerce-Bildungsgang die Konzeptidee, mit Teams eine Template-Infrastruktur zu gestalten, die dann von jeder Schule sofort implementiert und eingesetzt werden kann. Inhaltlich soll die Infrastruktur aus einer beliebigen Anzahl von Lernsituationen bestehen, die auf unterschiedliche Medien im Internet oder in Verlagen verweist. Noch interessanter wäre die Verknüpfung dieses Konzeptes mit der Vcademy – eine VR-/AR-Anbindung in Microsoft Teams wäre ein Schritt in solch eine zukünftige Lernplattform. Gespräche dazu haben wir bereits mit allen Beteiligten begonnen!

 

Co-Autoren:

Erich-Gutenberg-Berufskolleg KölnLogo von Erich-Gutenberg-Berufskolleg Köln

Kai Seifert (Bildungsgangleiter E-Commerce)

 

Logo von Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik Universität zu Köln

Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik Universität zu Köln

 

Prof. Dr. Nicole Naeve-Stoß
Jana Hütten

 

Logo von World of VR GmbH

World of VR GmbH

Jens Epe (Technischer Geschäftsführer (CTO))

 


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Best Practice in Corona-Zeiten: Das Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln (EGB) http://approjects.co.za/?big=de-de/industry/blog/education/2020/04/03/best-practice-in-corona-zeiten-das-erich-gutenberg-berufskolleg-in-koln-egb/ Fri, 03 Apr 2020 09:47:07 +0000 Am Erich-Gutenberg-Berufskolleg wird schon lange nach dem Konzept school@home unterrichtet – jetzt mehr denn je.

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Corona versus Unterricht

Bildungseinrichtungen haben in den vergangenen Wochen Großartiges geleistet, um ihre Schülerinnen und Schüler trotz Schulschließungen unterrichten zu können. Um die Umstellung auf Fernunterricht und den Aufbau einer digitalen Lernplattform schnell und sicher zu bewältigen, können Schulen sowie Lehrerinnen und Lehrer das kostenfreie Office 365 A1-Angebot und Microsoft Teams nutzen. Alle Informationen zur Unterstützung durch Microsoft während der COVID-19-Krise finden Sie hier.

 

Niemand hätte gedacht, dass ein Virus unseren Alltag so durcheinanderbringen kann. Und doch ging es ganz schnell, die Schulschließungen kamen und viele Schulen waren nicht auf die Durchführung von Fernunterricht vorbereitet. „Distance learning“ soll in der Corona-Krise zumindest in einer Grundform stattfinden, um

  1. weiter Lerninhalte zu vermitteln und
  2. einen strukturierten Alltag für die Schüler und Lehrer aufrecht zu erhalten.

Zahlreiche Lehrer und Schulen, die sich bisher nicht mit dem Konzept des „distance learning“ auseinandergesetzt haben, nutzen zurzeit vorwiegend E-Mails, um den Schülern Aufgaben zu übermitteln und mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. Dies geschieht entweder über eine schon vorhandene Lernplattform, in der alle Schüler und Lehrer auch mit schuleigenen Mailadressen ausgestattet sind, oder über Messenger-Dienste bzw. die privaten Mailadressen der Schüler.

Asynchrone Kommunikation nicht ausreichend

Diese Form der asynchronen Kommunikation halte ich für nicht sehr lernfördernd, da die Schüler zum einen die Aufgaben zu Hause alleine bearbeiten müssen, ohne direkte Lehrerunterstützung. Sie haben keine direkte Möglichkeit nachzufragen, sondern nur die asynchrone Nachfragemöglichkeit per Mail – wann dann die Antwort kommt, ist nicht vorhersehbar. D. h. sie erhalten im Lernprozess nur Hilfe aus dem sozialen Umfeld – sprich von den Eltern, den Geschwistern oder durch den Austausch mit Mitschülern. Es gibt wohl kaum eine Klasse, die heute ohne Messenger als schnelle Kommunikationslösung unterwegs ist, natürlich ohne Lehrerbeteiligung! Was sowohl gesetzlich und auch pädagogisch richtig ist. Aber die soziale (in Corona-Zeiten die sozial-virtuelle) Komponente, nämlich der Dialog mit dem Lehrer, fehlt.
Beschwerden der Eltern über diese Art des Lernens – Aufgabe per Mail verteilen, Schüler bearbeiten die Aufgabe ohne Unterstützung, Abgabe der Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt – gibt es in Corona-Zeiten vielfach. Häufigstes Argument gegen diese Form des Unterrichts: Überforderung der Schüler und der Eltern. Die Schüler erhalten von jedem Fachlehrer Aufgaben mit einem Abgabedatum und müssen schauen, wie sie damit zurechtkommen.

Distance learning nicht nur in der Krise

Einige Schulen wie beispielsweise das Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln (EGB) haben bereits seit längerer Zeit das Thema „distance learning“ auf dem Schirm. Das EGB verfolgt seit vielen Jahren ein eigenes SmartSchool-Konzept – dazu gehört auch das Projekt school@home. Im Schulalltag bedeutet das, dass Projekttage mit Berufsschulklassen durchgeführt werden, um die Kommunikation und Kollaboration im Zeitalter der Globalisierung zu fördern. Die zwei Kompetenzen – Kommunikation und Kollaboration – gehören zum 21st Century Skills-Modell. Technisch umgesetzt wurde das Konzept bereits ab 2013 mittels Skype und der Lernplattform Office 365, heute arbeiten fast alle Berufsschulklassen und viele Vollzeit-Bildungsgänge mit Microsoft Teams. Eine ausführliche Beschreibung zu school@home findet sich auch in meinem Buch „SmartSchool- die Schule von morgen“.

School@home in Coronazeiten: Teilnahmequote bei 95%

Auf der Basis dieser Technologie realisiert der E-Commerce-Bildungsgang am EGB nun zu Corona-Zeiten ein „begleitendes Lernangebot“, dass fast zu 100% dem normalen Stundenplan entspricht. Die Teilnahme-Quoten der Schüler liegen derzeit in den E-Commerce-Klassen bei über 95%! Einen Dank an dieser Stelle an die Ausbildungsbetriebe, die ihren Auszubildenden in diesen schweren Zeiten ein zusätzliches Stück Normalität und Stabilität durch die Teilnahme ermöglichen.
Die Auszubildenden erfahren am EGB in diesem Bildungsgang ein durchgängiges Lernen und Arbeiten ohne Papier. Alle Dokumente werden digital in einer Sharepoint-Bibliothek innerhalb von Teams gespeichert. Die Kommunikation und Koordination des Schulalltags erfolgen über Mail und Chat innerhalb von Teams. Sofortbesprechungen (eine spontane Video-/Audiokonferenz) ersetzen den Beamer im Klassenraum. Teams-Sitzungen – geplant über den digitalen Kalender – ermöglichen einen synchronen Unterricht mit Einzel- oder Gruppenarbeit, der Besprechung von Lernergebnissen im Plenum, der Einbindung weiterer Software über das Teilen von Bildschirmen bis hin zur Rechnerübernahme.
Unterrichtssequenzen – beispielweise Vorträge von Schülern oder Lehrern – werden aufgezeichnet und stehen als Lernmaterial, als Lernsicherung oder als Informationsmaterial für fehlende Schüler zur Verfügung. Die Resonanz der Schüler auf diese alternative Unterrichtsform in Corona-Zeiten ist durchweg positiv – in Evaluationen sprechen die Schüler sogar von einem effektiveren Unterricht als vor Ort.

Wie sieht derzeit eine Unterrichtsstunde im E-Commerce-Bildungsgang aus?

Um die Struktur des Unterrichts in diesem Bildungsgang nachvollziehen zu können, sind einige Vorinformationen notwendig:
Der Unterricht im E-Commerce-Bildungsgang erfolgt Lernfeld bezogen, d.h. die Lehrer unterrichten nach dem Staffelstab-Prinzip. Der Stundenplan ist nicht nach Fächern strukturiert, sondern es wird ein Lernfeld nach dem nächsten unterrichtet. Das bedeutet, dass mehrere Lehrer das gleiche Lernfeld unterrichten und somit immer an die Vorstunde inhaltlich anknüpfen müssen. Damit das gelingt, protokollieren die Lehrer jede Stunde in einem OneNote-Dokument, welches in ein Lehrer-Teams eingebunden ist. Die Abstimmung im Staffelstab-Prinzip fällt derzeit sogar leichter als im Unterricht in der Schule, da die Kollegen in den Pausen Kurz-Videokonferenzen halten und die Übergabe besprechen. In der Schule ist dies aufgrund der weiten Wege durch einen Klassenraumwechsel oder sonstige Störungen durch Gespräche weitaus schwieriger.

Es gilt „Bring Your Own Device“

Größere Lernfelder werden auch projektbezogen und fächerübergreifend – losgelöst vom 45-Minuten-Rhythmus – unterrichtet. Die E-Commerce-Klassen arbeiten vom ersten Tag an im BYOD-Konzept des EGB, d.h. jeder Schüler bringt sein eigenes mobiles Endgerät mit und diese docken an die Lernplattform Office365 an. Das ergibt am Ende einen papierlosen Unterricht.

 

Lehrerprotokoll in OneNote für das Staffelstabprinzip
Lehrerprotokoll in OneNote für das Staffelstabprinzip

 

Besonderheit der aktuellen Stunden: Es gibt Gäste! Zum einen nimmt eine Schülerin einer anderen Schule (gleicher Ausbildungsberuf, aber andere Berufsschule, gleicher Ausbildungsbetrieb wie ein anderer Schüler dieser Klasse) am begleitenden Lernangebot teil, da ihre Schule keine entsprechende Infrastruktur besitzt, und es nehmen ein paar Kollegen des EGB als digitale Hospitanten teil.

So läuft der Unterricht ab

8:00 Uhr – Unterrichtsbeginn, doch Stopp – der Lehrer ist meist bereits um 7:45 Uhr in der Teams-Sitzung und begrüßt die nacheinander eintreffenden Schüler. Es wird sich über das Befinden erkundet und man tauscht Erlebnisse und Geschichten aus, die man derzeit erlebt und diskutiert über das fehlende Klopapier.
8:05 Uhr – Der Unterricht geht los und es wird das heutige Programm besprochen. In einer Klasse steht derzeit das Thema Online-Marketing-Maßnahmen an. Auf der Basis der in der letzten Stunde gesammelten Informationen über das Thema wird die Klasse in Gruppen aufgeteilt und die Gruppen erhalten arbeitsteilige Aufträge. Die Aufgabe beinhaltet neben der Recherche des Themas die Erstellung einer Präsentation zum Thema mit max. 15 Minuten Vortragszeit. Parallel dazu wird ein Kriterienkatalog in Form einer Tabelle abgespeichert, die alle Gruppen während ihrer Arbeitszeit füllen sollen. Der Kriterienkatalog dient der besseren Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Maßnahmen. Der Bearbeitungszeitrahmen wird abgestimmt und die Gruppen beginnen mit ihrer Arbeit. Das nächste gemeinsame Treffen wird für 9:15 Uhr festgelegt.
Die Gruppen eröffnen ihre Arbeitsumgebungen – meist als neuen Chat in Teams. Hier können mehrere Personen per Audio-/Videokonferenz sprechen und sie haben auch einen eigenen Dateibereich zum Speichern. Zwischenzeitlich verbindet sich der Lehrer mit den einzelnen Gruppen und erkundigt sich nach deren Arbeitsstand oder steht für Fragen zur Verfügung. Zwischenzeitlich kommt eine Frage über den Team-Chat rein, die kurz beantwortet wird. Nachdem alle Gruppen besucht wurden, ist fast 9:15 Uhr und alle kehren in die Teams-Sitzung zurück.
9:15 Uhr – Blitzlicht aller Gruppen, ein Gruppenmitglied gibt einen kurzen Überblick über den Arbeitsstand und die noch benötigte Zeit.
9:30 Uhr – 9:50 Uhr Pause
9:50 Uhr – Lehrerwechsel! Alle Gruppen benötigen noch max. 60 Minuten, d.h. die Gruppenarbeit geht weiter und der Lehrer führt einzelne Videokonferenzen mit den Gruppen. Das nächste gemeinsame Treffen findet um 10:50 Uhr statt.

 

Geteilter Schülerbildschirm beim Vortrag des Themas Affiliate Marketing
Geteilter Schülerbildschirm beim Vortrag des Themas Affiliate Marketing

 

10:50 Uhr – Alle Gruppen haben ihre Arbeiten beendet und die Ergebnisse in Teams-SharePoint hochgeladen. Nun beginnen die Vorträge der einzelnen Gruppen. Es wird vorher gemeinsam festgelegt, dass man sofort Rückfragen stellen kann während der Präsentationen – Einwurf entweder per Mikrofon oder aber per Chat (es gibt immer mal wieder Probleme mit den Mikrofonen – dann wird auf den Chat ausgewichen). Zum Ende jeder Präsentation werden Ergänzungen weiterer Gruppen hinzugefügt, fehlende Lerninhalte werden von der Lehrkraft ergänzt.
Zwischendurch erfolgen 3 kleine Sporteinheiten der bewegten Pause. Der Protokollant dieser Stunde wählt 3 Sporteinheiten aus, zeigt sie der Klasse per Video und die Klasse macht mit.
11:30 Uhr – 11:50 Uhr Pause
11:50 Uhr – Es folgen weitere Vorträge der Gruppen mit Besprechungen und Zusammenfassung.
13:00 Uhr – Ende des heutigen Angebots. Ein paar Gruppen haben noch nicht vorgetragen, d.h. in der nächsten Stunde geht es weiter…

Fazit

Die Bedeutung einer Lernplattform für Schulen wird uns in dieser schweren Zeit deutlich vor Augen geführt. Gerade schuleigene Mailadressen sind wichtig für die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, um nicht auf externe Dienste oder Messenger angewiesen zu sein. Das Lernen beschränkt sich heute und auch morgen – nach dem Corona-Virus – nicht mehr nur auf die Schule, sondern findet an vielen weiteren Lernorten statt, überall dort, wo auch das Leben stattfindet. Lernplattformen ermöglichen als zentrale Schulinfrastruktur das Lernkonzept der Zukunft – learning with any device, anytime, anywhere.

 

Informationen und Kontakt zum Autor

uchcover: Smart Schools von Detlef Steppuhn
Detlef Steppuhn ist Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln und unterrichtet dort die Fächer E-Commerce, Büroprozesse, Anwendungsentwicklung und IT-Systeme. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer übt er die Funktionsstelle des Leiters Neue Technologien und Medien am EGB aus. Seit September 2019 ist er auch als Autor im Gabler Springer Verlag tätig mit dem erschienenen Titel SmartSchool – Die Schule von morgen.
www.egb-koeln.de
dsteppuhn@egb-koeln.de
https://www.linkedin.com/in/dsteppuhn/
dsteppuhn@egb-koeln.de

 

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Humanoide Roboter in der Schule? http://approjects.co.za/?big=de-de/industry/blog/education/2020/02/20/humanoide-roboter-in-der-schule/ Thu, 20 Feb 2020 12:53:02 +0000 Können Humanoide Roboter als Lehrer-Assistenten im schulischen Alltag eingesetzt werden? Detlef Steppuhn glaubt: „Ja“! Mehr im EduBlog.

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Humanoide Roboter als Lehrer-Assistenten?

Robotik könnte bereits heute zu den Basistechnologien einer Schule gehören – die tatsächliche Verbreitung dieses Mediums in Schulen entspricht aber eher einer Exoten-Technologie als einer Basistechnologie. Sucht man in Schulen nach Einsatzszenarien für das Thema Robotik, dann findet man vorwiegend prozessorientierte Roboter wie beispielsweise den LEGO-Mindstorm. Der Einsatz solcher Roboter beschränkt sich aber in der Regel auf die Fächer Informatik oder Programmierung. Beispiele für den Einsatz im Unterricht findet man nur vereinzelt im Internet. Dabei ist Robotik – neben Künstlicher Intelligenz (KI) – die Antriebskraft im technologischen Wandel.

Der Roboter in Gesellschaft und Schule

Roboter ziehen verstärkt in Arbeit, Gesellschaft und das alltägliche Leben ein. Mit Hilfe der KI werden Roboter das Gegenstück zum menschlichen Körper sein und immer autonomer werden. Sie werden somit für unsere Schülerinnen und Schüler, und auch vielleicht für uns als Lehrkräfte zum Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt aufsteigen und als Alternative im menschlichen Alltag zur Verfügung stehen. Menschen werden die Möglichkeit haben, sich Roboter als Freunde zu nehmen, Roboter für verschiedene Dienstleistungen zu mieten oder sogar Roboter als Lebenspartner auszuwählen. Das klingt zwar im Moment wie Science-Fiction – doch erste Umsetzungen gibt es bereits aus anderen Ländern, insbesondere Japan.

Japan als Trendsetter

Japan ist derzeit technischer Vorreiter im Bereich Robotik, symbolisiert durch das Unternehmen Softbank Group. Ein wesentlicher Grund für die starke gesellschaftliche Konzentrierung auf dieses Thema ist die japanische Alterspyramide. Dort werden bis zum Jahr 2025 bis zu 2,5 Millionen Pflegekräfte fehlen – eine ähnliche Entwicklung steht sicherlich auch Deutschland bevor. Eine Lösung für dieses Problem ist hierzulande nicht in Sicht. Der Ansatz zur Lösung dieses Problems in Japan gipfelt in einer wirtschaftlichen und technischen Konzentration aller im Weltmarkt beteiligten Robotik-Unternehmen durch den Aufkauf der innovativsten Hersteller wie Aldebaran (NAO- und PEPPER-Roboter) und Boston Dynamics durch die Softbank Group.

Lernen und Arbeiten im Dialog mit den Maschinen

Die Bedeutung der Robotik in unserem zukünftigen Alltag wird zunehmen – aus diesem Grund müssen Schülerinnen und Schüler in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung die Möglichkeit haben, sich dem Thema zu nähern und mehr als Grundlagenwissen dazu zu erwerben.
Das Verständnis für den Umgang mit humanoiden Robotern kann nur durch einen handlungsorientierten, selbstorganisierenden Unterricht aufgebaut werden. Durch das Mit-Agieren mit humanoiden Robotern lernen die Schülerinnen und Schüler und auch die beteiligten Lehrkräfte ihre möglichen zukünftigen Kollegen bzw. Konkurrenten besser kennen. Das Lernen und Arbeiten mit Maschinen im Dialog ermöglicht eine Sensibilisierung für das Thema Robotik. Mit ganz simplen Aufgabenstellungen kann man damit Lernsituationen herbeiführen, die fächerübergreifend sind, ungeahnte Kreativität entfachen und in hohem Maße Sozialkompetenz fördern.

Best Case: Humanoide Roboter im Einsatz

 

Ein hunanoider Roboter

 

Ein sehr schönes Beispiel dafür ist das Kids Care-Projekt der Robotik AG des Erich-Gutenberg-Berufskollegs (EGB) in Kooperation mit dem Unternehmen Entrance GmbH und der Kinderklinik des Krankenhaus Porz am Rhein gGmbH.

 

Logo des Krankenhauses Porz am Rhein

 

Im Rahmen dieses Projekts, welches außerhalb der regulären Unterrichtszeit 14-tägig am Nachmittag stattfindet, sollten die 6 humanoiden NAO-Roboter und der humanoide PEPPER-Roboter des EGB so programmiert werden, dass die AG-Teilnehmer*innen (Schüler*innen aus den Bildungsgängen des Wirtschaftsgymnasiums, der höheren Handelsschule, den Kaufleuten für E-Commerce, den IT-Systemkaufleuten und den Informatikkaufleuten) mit den humanoiden Robotern in die Kinderklinik des Krankenhauses Porz am Rhein fahren können, um den kleinen Patientinnen und Patienten dort zu zeigen, wie Roboter ihnen einerseits helfen und andererseits ein paar vergnügliche Momente schenken können. Die humanoiden Roboter sollten die Kinder zu Fitnessübungen motivieren, sie an die Einnahme von Medikamenten erinnern und sie auch mit Star-Wars-, Märchen-Erzählungen oder Tanzeinlagen unterhalten.

 

Ein humanoider Roboter als Lehrer-Assistent in eine Schulklasse

 

Einen Vorab-Test absolvierten die humanoiden Roboter mit den Vorschulpiraten der Kindertagesstätte „Bollerwagen“. Die Kinder hatten die Roboter sofort in ihr Herz geschlossen und begeistert mit ihnen kommuniziert. Berührungsängste konnten bei dem Treffen nicht festgestellt werden.

 

Ein humanoider Roboter als Lehrer-Assistent in eine Schulklasse

 

Humanoide Roboter erzeugen aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres Aussehens deutlich mehr Aufmerksamkeit und Emotionen – das erhöht die Beschäftigungsdauer und fördert die emotionale Bindung an dieses Medium. Kranke Menschen werden im Kontakt zu humanoiden Robotern deutlich gesprächiger und gelöster. Kinder finden Roboter faszinierend und interagieren gerne mit ihnen. Laut einer Studie gehen sie bei einer Belehrung oder Verbesserung von Fehlern besser mit der Situation um, wenn dies durch humanoide Roboter erfolgt.
Ein erster Besuch der Kinderklinik fand am 08. Juli 2019 statt und war ein voller Erfolg – was insbesondere die untenstehende Mail eines Teilnehmers der Robotik AG widerspiegelt!

 

Ein Screenshot einer E-Mail

 

Nun sollen weitere Krankenhäuser oder auch Alten- und Seniorenheime in das Projekt involviert werden.
Es gibt auch erste Überlegungen, den PEPPER-Roboter in Verbindung mit einem KI-Bot im Bildungsgang E-Commerce-Kaufleute als Verkaufsassistenten einzusetzen. Das dafür eingesetzte Tool FLOWmanager der Entrance GmbH setzt keine Programmierkenntnisse im klassischen Sinne voraus. Die Programmierung eines humanoiden Roboters mit einer klassischen Programmiersprache wie Phyton oder Java würde eine lange Vorlaufzeit bzw. Unterrichtszeit beanspruchen, und es wäre nicht trivial, bis man nennenswerte Erfolge vorweisen könnte. Mit dem FLOWmanager der Entrance GmbH benötigt man keine Programmiervorkenntnisse – er ähnelt einen LEGO-Baukasten-System. Man verknüpft über eine grafische Oberfläche verschiedene Abläufe und lässt sie auf dem Roboter ausführen. Das Tool wird somit aus der Perspektive eines Anwenders und nicht aus der Perspektive eines Programmierers genutzt – und damit eignet es sich für den Einsatz in allen Schulformen und Klassen.

Die Zukunft der Robotik an Schulen

Dass Roboter in den nächsten Jahren vermehrt Einzug in Schulen halten werden, halte ich für mehr als wahrscheinlich. Dass dies auch in Form humanoider Roboter geschehen wird, die uns Menschen immer mehr ähneln werden, scheint auch immer wahrscheinlicher.
Eine Robotik-Cloud könnte ein exponentielles Wachstum des Robotereinsatzes an Schulen massiv fördern. Neue Programme ermöglichen dem Roboter neue Fähigkeiten, beispielsweise die Fähigkeit, mit Schülern Vokabeln zu üben. Würde man die Rechenleistung des Roboters (derzeit sind es nur laufende Computer mit begrenzter Rechenkapazität) nun in die Cloud verlagern, dann könnten sich tausende von Robotern in Sekundenschnelle diese neue Fähigkeit aneignen. Durch das Teilen von Software könnten somit Schulen und auch Universitäten enorme Fortschritte im Umgang mit dem Thema Robotik machen. Diese Art des Lernens wird auch als Co-Learning bezeichnet und beispielsweise in Tesla-Autos bereits eingesetzt – innerhalb von Sekunden erhalten tausende Tesla-Wagen neue Fähigkeiten.
Schaut man sich den sehr kurzen Entwicklungszeitraum von humanoiden Robotern an und addiert die fortschreitende Entwicklung der KI und die Realisierung einer Robotik-Cloud als Austauschplattform von Software dazu, dann braucht man nicht viel Fantasie, um sich zukünftige Roboter in den nächsten Jahrzehnten vorzustellen. Sie werden den Robotern aus Filmen wie Blade Runner oder der schwedischen Serie Human sehr ähnlich sein.
Nun zur eigentlichen Eingangsfrage:

Können humanoide Roboter als Lehrer-Assistenten eingesetzt werden?

Meiner Ansicht nach kann die Antwort nur „Ja“ lauten!
Humanoide Roboter als Lehrer-Assistenten sind sehr wahrscheinlich und im universitären Umfeld bereits in der Erprobung (beispielsweise bei Professor Jürgen Handke an der Uni Marburg). Warum sollte man diese Unterstützung und mögliche Entlastung für die Lehrperson im Unterricht nicht nutzen wollen? Sie bietet zusätzlich die Möglichkeit einer Entkopplung von der emotionalen Bindung zur Lehrkraft. Dies kann von großem Vorteil für Schülerinnen und Schüler werden, wenn die emotionale Bindung zur Lehrkraft nicht vorhanden oder sogar gestört ist.

Aus diesen Vorüberlegungen stellt sich dann zwangsläufig die Frage:

Können humanoide Roboter den Lehrer zukünftig ersetzen?

Meine heutige Antwort darauf lautet „Vielleicht“…

 

Informationen und Kontakt zum Autor

uchcover: Smart Schools von Detlef Steppuhn
Detlef Steppuhn ist Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln und unterrichtet dort die Fächer E-Commerce, Büroprozesse, Anwendungsentwicklung und IT-Systeme. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer übt er die Funktionsstelle des Leiters Neue Technologien und Medien am EGB aus. Seit September 2019 ist er auch als Autor im Gabler Springer Verlag tätig mit dem erschienenen Titel SmartSchool – Die Schule von morgen.
www.egb-koeln.de
dsteppuhn@egb-koeln.de
https://www.linkedin.com/in/dsteppuhn/

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SmartSchools – die Schulen von morgen http://approjects.co.za/?big=de-de/industry/blog/education/2020/01/10/smartschools-die-schulen-von-morgen/ Fri, 10 Jan 2020 07:48:49 +0000 Obwohl der Begriff noch nicht in der Gesellschaft angekommen ist, sind SmartSchools die Schulen von morgen. Der bereits vor Jahrzehnten initiierte technologische Wandel nimmt Tempo auf und die Schulen müssen sich dieser Herausforderung zeitnah stellen.

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Menschen, Häuser, Städte, Fabriken, Gesundheitswesen – die Digitalisierung zieht verstärkt in alle Lebensbereiche ein und verändert sie zu SmartCities, SmartHomes, SmartFabrics, SmartHealth und SmartHumans. Obwohl der Begriff noch nicht in der Gesellschaft angekommen ist, sind SmartSchools die Schulen von morgen. Der bereits vor Jahrzehnten initiierte technologische Wandel nimmt Tempo auf und die Schulen müssen sich dieser Herausforderung zeitnah stellen.

 

Fortbilden im digitalen Wandel – das Fortbildungskonzept des Erich-Gutenberg-Berufskollegs in Köln

Der Digitalpakt sowie landeseigene Initiativen wie beispielsweise Gute Schule2020 in NRW eröffnen im Moment den Schulen die Möglichkeit, sich relativ schnell eine digitale Infrastruktur aufzubauen. Diese Finanzierungsinitiativen zur Digitalisierung müssen durch ein Fortbildungs- oder Begleitungskonzept gestützt werden. Dabei ist es egal, ob es sich um schulinterne Fortbildungen, individuelle Fortbildungen vor Ort oder externe Fortbildungsmaßnahmen handelt. Die großen Ängste vieler Lehrkräfte vor der Digitalisierung – besser gesagt: vor dem Umgang mit der Digitalisierung – müssen angenommen und die benötigten Kompetenzen vermittelt werden.

 

„Die Digitalisierung kommt nicht mehr – sie ist bereits da!“

Das EGB hat lange vor diesen Initiativen ein fünfstufiges Fortbildungskonzept entwickelt – dabei schulen Lehrer Lehrer (Admin-Fortbildungen und Digitale Steuergruppe), Schüler und Lehrer schulen Schüler und Lehrer (eScouts-Projekt), Schüler schulen Schüler (P@P-Projekt) und Schüler und Lehrer schulen Schüler, Lehrer und Partner (my eWorld). Schüler und Auszubildende dienen im Fortbildungskonzept als Multiplikatoren und geben ihr digitales Know-how an andere Schüler und Lehrer weiter. Dies ist für die Schüler und Auszubildenden eine völlig neue Erfahrung. Sie entwickeln eigene pädagogische und soziale Kompetenzen, die auch in ihrem zukünftigen Berufsleben wertvoll sein werden. Zudem reflektieren sie die Rollen ihrer Lehrer und Ausbilder. Der Ansatz der „Peer-Education“ ist hierbei besonders hilfreich: Einerseits lernen junge Menschen lieber von Gleichaltrigen, andererseits können sie Gleichaltrige aufgrund eines ähnlichen Mediennutzungsverhaltens zielgruppenadäquat unterrichten.

Die erste Stufe des Fortbildungskonzeptes, die klassischen Fortbildungen externer Anbieter, wird gebündelt in einem eigenen Kommunikationskanal der Lernplattform Office365, um eine hohe Transparenz und einen schnellen Zugang für das Kollegium zu bieten.

 

Fortbildungskonzept in fünf Stufen

 

Bei den letzten vier Stufen handelt es sich um interne Fortbildungen mit eigenen Moderatoren, d. h. Lehrer, Schüler oder Teams der Schule. Die Begründung dafür liegt auf der Hand: Interne Fortbildungen können exakt an die Bedürfnisse des Kollegiums angepasst werden – man holt die Lehrer dort ab, wo sie sich gerade befinden. Auch zeitlich können die Fortbildungen dann angesetzt werden, wenn sie benötigt werden, ohne langen organisatorischen oder zeitlichen Vorlauf, der gerade bei der 1. Stufe, den externen Fortbildungen, oft auftritt. Der einzige Stolperstein im Fortbildungskonzept besteht in der Vorgabe des Ministeriums, dass es durch Fortbildungen nicht zu einem Unterrichtausfall kommen darf. Das hat zur Konsequenz, dass schulinterne Fortbildungen nur am Nachmittag und außerhalb der Schulzeit stattfinden können und viele Kollegen durch familiäre oder private Termine an den Fortbildungen nicht teilnehmen können.

 

„Die größte Herausforderung der digitalen Revolution ist sicherlich der Umbau unseres 300 Jahre alten Bildungssystems, das den Anforderungen des schnellen, digitalen Wandels nicht gewachsen ist.“
Vishal Sikka

 

Eine besondere Rolle im Fortbildungskonzept des EGB nimmt das bis heute deutschlandweit einzigartige Konzept my eWorld ein. Ziel von my eWorld ist es, die Chancen und Risiken der digitalen Gegenwart und Zukunft für uns, unsere Schule, unser Kollegium, unsere Schüler und unsere Kooperationspartner (beispielsweise Stadt Köln, IHK Köln, Microsoft Deutschland und viele andere) gemeinsam zu definieren, zu diskutieren, zu bewerten und unser gesamtheitliches SmartSchool-Konzept weiter zu entwickeln und zu leben. My eWorld ist als Mischung zwischen Fortbildung, Workshop und Vortrag gedacht und diskutiert in einem Miteinander verschiedene Themen. Die Reihe soll sich zyklisch wiederholen – zum einen um sich an aktuelle digitale und gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen, zum anderen um weitere Kolleginnen und Kollegen sowie externe Partner einzubinden.

 

Logo von my eWorld

 

Die konzeptionelle Arbeit von my eWorld begann im Januar 2016, die Fortbildungs-/Vortragsreihe my eWorld 1.0 startete dann im April 2018. Anfang 2019 startete der zweite Durchlauf mit my eWorld 2.0, wobei das Konzept ganz bewusst durch ein heterogenes Team aus dem Kollegium, auch gerne mit Schülern oder Auszubildenden, erarbeitet und vorgetragen wird. Ein Ziel von my eWorld ist es seinen, Schülern, Lehrern und Partnern die Möglichkeit zu geben, sich auf die digitale Zukunft und die Gesellschaft einzustellen, in der und mit der sie leben werden. Doch eine Digitalkompetenz allein wird dafür nicht ausreichen – unsere Schüler benötigen weitere, sehr wichtige emotionale und mentale Kompetenzen. Dazu gehören Bereiche wie ein gesundes Selbstwertgefühl, Empathie und Menschlichkeit, Frustrationstoleranz oder Persönlichkeitsbildung. Sie benötigen ein positives Weltbild mit Hoffnung und Vertrauen in eine Demokratie und in die Zukunft. Aus my eWorld heraus – dem Workshop Mensch 4.0 – wurde aus diesen Gründen ein digitales Humankonzept beziehungsweise ein humanes Digitalkonzept entwickelt, welches in einem medienpädagogischen Konzept mündete.

Die Kombination von Künstlicher Intelligenz, Medizin und Robotik besitzt sogar die disruptive Kraft, neue Lebensformen wie beispielsweise Robo Sapiens, Cyborgs oder Virtuelle Sapiens neben dem Homo Sapiens zu etablieren, und den Lebensraum, das Zusammenleben und das Wirken des Menschen mit der Digitalisierung vollständig zu verändern. Diese Art der Inklusion 2.0 gilt es dann für Schulen, die Arbeitswelt und vor allem die Gesellschaft zu verstehen und zu integrieren.

 

Nachfolgend finden Sie einen Überblick aus unserem zweiten Durchgang – my eWorld 2.0:

My eWorld stellt für das EGB eine gelungene Verbindung zwischen uns als SmartSchool, unseren Schülern, unserem Kollegium sowie unseren Kooperationspartnern und den Chancen und Risiken der digitalen Gegenwart und Zukunft dar. My eWorld war 2019 Preisträger des Wettbewerbs Bildung in der digitalen Welt der Universität Wuppertal als Best-Practice-Beispiel in der Debatte um die Digitalisierung in Lehrerbildung und Fachunterricht. My eWorld zeigte nach den Worten der Jury eine hohe Qualität, Originalität, Anwendbarkeit und Übertragbarkeit. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme an den my eWorld-Workshops haben, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf (dsteppuhn@egb-koeln.de).

Weitere Ausführungen zu my eWorld finden sich in meinem Buch: SmartSchool – die Schule von morgen, erschienen im September 2019 im Gabler Springer Verlag. Neue gesamtheitliche Konzepte wie das im Buch vorgestellte my eWorld-Konzept unterstützen Schulen auf dem gemeinsamen Weg zur Schule von morgen. In diesem Buch finden alle an der Digitalisierung Interessierten viele Anregungen, Tipps, Ideen und Beispiele für den erfolgreichen Weg zu einer SmartSchool – der Schule von morgen.

 

Informationen und Kontakt zum Autor

uchcover: Smart Schools von Detlef Steppuhn
Detlef Steppuhn ist Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln und unterrichtet dort die Fächer E-Commerce, Büroprozesse, Anwendungsentwicklung und IT-Systeme. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer übt er die Funktionsstelle des Leiters Neue Technologien und Medien am EGB aus. Seit September 2019 ist er auch als Autor im Gabler Springer Verlag tätig mit dem erschienenen Titel SmartSchool – Die Schule von morgen.
www.egb-koeln.de
dsteppuhn@egb-koeln.de
https://www.linkedin.com/in/dsteppuhn/

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